Bilder

 
Beim Treffen ehemaliger Roßlebener Kaliwerker ließ der Blick in alte Betriebszeitungen Geschichte und Geschichten lebendig werden
Das kürzliche Ehemaligentreffen der Kaliwerker, etwas locker genannt "das Kumpeltreffen", hat wieder rege Beteiligung gefunden. Vereinsvorsitzender Wolfgang Hannig konnte im "Füllort" eine Runde von 30 Teilnehmern begrüßen. Bei Kaffee, Kuchen und Getränken ging es gleich los mit dem Austauschen von Erinnerungen, im Gespräch und an Hand von Fotos und Schriftstücken. Beinahe die Zeitspanne einer Generation trennt uns nun schon von der aktiven Betriebszeit des Werkes. Und doch bleiben sie lebendig, die Rückblicke auf die eigene Tätigkeit unter und über Tage, auf den Zusammenhalt in den Brigaden, auf gemeisterte Schwierigkeiten. Zum Durchblättern lagen wieder Bücher und Schriftstücke über die Geschichte des Kalibergbaus aus. Drunter waren alte Planungsunterlagen, so vom Schacht "Thüringen" in Heygendorf, und die Broschüre mit dem Titel "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung". Sie enthält den Katalog der milliardenschweren Ausgleichsmaßnahmen. Sie sollen den Strukturwandel mit dem Ende der Braunkohleverwertung in Mitteldeutschland steuern - in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kaliregion. Dort sind, kritisierte die Runde der Ehemaligen, bisher entsprechende Förderprogramme zum Ausgleich der Folgen von Werksschließungen ausgeblieben. Hoffentlich ist es mehr als der Hoffnungsschimmer, dass Bewegung in diese ungelöste Problemlage kommen möge, wenn das "Regionlmanagement Nordthüringen" gegenwärtig ein Paket strukturfördernder Maßnahmen erarbeitet! Einen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart des vereinten Deutschlands vermittelte das Blättern in alten Betriebszeitungen: In einer Ausgabe des Jahrgangs 1958 ist die Rede vom Kampf um die Einheit Deutschlands. In der abgedruckten Resolution der Kalikumpel heißt es: Wir protestieren gegen die Spalter-Politik der Adenauer-Regierung und fordern das einheitliche und friedliebende Deutschland! Über viele Brücken mussten wir noch gehen bis dahin…
 
Rainer Heuchel
 
 
 
Bergmannsverein gestaltet das Ortsleben mit
Am letzten Oktober- Samstag trafen sich die Mitglieder des Roßlebener Bergmannsvereins im "Füllort" zur Jahresversammlung. Nach dem "Glück Auf" des Vereinsvorsitzender Wolfgang Hannig zur Begrüßung wurde der verstorbenen Mitglieder gedacht und dabei des verdienstvollen Vereinsvorsitzen Hans-Jürgen Braune, der vor einem Jahr unerwartet gestorben war. Vereinsaktivitäten aus dem Bericht des Vorsitzenden waren der Bergmannstag, Arbeitseinsätze, der Fernsehauftritt im Europa-Park RUST, Kirmes und anderes. Vier Neu- Mitglieder schlossen sich dem Verein an. An der Arbeitstagung des Regionalmanagements in Roßleben beteiligten sich mehrere Vereinsmitglieder. Ein Exemplar des Arbeitspapiers mit dem Titel "Perspektiven für Nordthüringen" wird in Kürze dem Verein vorliegen. Noch nicht abschließend geklärt sind der Abschluß des überarbeiteten Mitvertrages und die Beheizung.
Am 6. November wird zum "Kumpeltreffen" eingeladen. Es folgen der Volkstrauertag und danach die traditionelle Barbarafeier am 7. Dezember. Am 23. Dezember geht es zur bergmännischen Mettenschicht in die Barbarossa-Höhle.
Vereinsprojekte für das kommende Jahr wurden dann diskutiert, unter anderem die Grubenfahrt im Bergwerk Teutschenthal und in der Spatgrube Ilmenau. Auch die Fahrt zum Schaubergwerk "Schwarzer Crux" wurde vorgeschlagen.
Dem Kassenbericht des Schatzmeisters Rolf Töpfer bestätigten die Revisoren die Ordningsmäßigkeit.
 
Rainer Heuchel
 
 
 
Roßlebener Kalibergleute trafen sich zu Ehren von Sankt Barbara –
Geselliger Traditionsabend im Wangener „Waldschlösschen“

© i.s 2016
Bergmännischem Brauchtum folgend, nach dem die Bergleute am 4. Dezember ihrer Schutzheiligen St. Barbara gedenken, trafen sich die Mitglieder des Roßlebener Bergmannsvereins zum alljährlichen Traditionsabend. Als Ort des Treffens hatten sie das ehemalige Verwaltungsgebäude des Bergwerks Wangen ausgewählt. Und das aus gutem Grund: Wangen steht nicht nur für jahrzehntelangen Kalibergbau, früher der Arbeitsort hunderter Männer und Frauen. Sondern es steht auch für lebendige Kali- Historie in Gestalt des wieder der Nutzung zugeführten Verwaltungsgebäudes. Dieses bergbautypische, vor über 150 Jahren im Jugendstil errichtete Baudenkmal, ist nach sehenswerter detailgerechter Restaurierung heute das beliebte Hotelrestaurant „Waldschlösschen“. Das dortige „Bergmannszimmer“ war würdiger Rahmen für das „Barbara“- Treffen. Die Wände des Raums, wie auch das übrige Gebäudeinnere, schmücken zahlreiche großformatige Bilder mit Bergbaumotiven, geschaffen vom heimatverbundenen Roßlebener Künstler Hans Tempel. Dank des umsichtigen Restaurantteams und des Angebots an Getränken und leckeren Speisen konnte man sich hier so recht in Wohlfühlstimmung versetzen lassen. In seinem Begrüßungswort dankte Vereinsvorsitzender Hans- Jürgen Braune den Mitgliedern für ihre Arbeit . Er ließ die vielen Veranstaltungen der vergangenen Monate und das 25. Gründungsjubiläum des Vereins noch einmal vorüberziehen. Im Namen von Vorstand und Mitgliedern ehrte er Brigitte Müller und Helmut Lehmann mit kleinen Präsenten für ihr jahrelanges, engagiertes Wirken im Verein. Genug der Worte waren nun gewechselt. Mit dem symbolischen Klingeln des Grubentelefons übernahm der beliebte Discjockey Mario dann die Regie. Vor dem ersten Musiktitel trug er ein Gedicht vor, das uns aus der Bergbaugeschichte überliefert ist. Darin bittet dieTochter darum, daß Gott ihren Vater vor Schaden im dunklen Schacht bewahren möge. Mit der musikalischen Eröffnung dann ließ Mario den Verein erst einmal kräftig schunkeln. Zum Auftakt der Tanzrunden wurden als erstes Paar der 90jährige Senior des Abends, Werner Thiele.,und seine Partnerin aufgefordert. Die Beiden legten, wie man so sagt, eine flotte Sohle aufs Parkett! Der zweite „ Neunziger“ im Verein, Gerhard Wagner, war leider an seiner Teilnahme gehindert. Wie im Flug vergingen bei Musik und Gesprächen die Stunden bis zur Mitternacht- dem Zeitpunkt des „Schichtwechsels“. Dann ertönt aus vielen Kehlen das Tradtionslied“ Glück Auf, der Steiger kommt“. Zu späterer Stunde ließ Discjockey Mario wieder das Grubentelefon klingeln- dieses mal zur“ Feierabendrunde“ . Nach ihrer gelungenen“ Barbara- Feier“, den Weihnachtstagen und dem Jahreswechsel nehmen Vorstand und Mitglieder Anfang Januar neue Aufgaben in Angriff: Die Vorbereitung der 2017er Veranstaltungen zur bergmännischen Brauchtumspflege.
 
 
 
Treffen ehemaliger Roßlebener Kaliwerker 2016

© i.s 2016
Herbstliches „ Sofa- Wetter“ konnte dieser Tage mehr als 20 ehemalige Kaliwerker aus Rossleben, Wangen und anderen Ortschaften davon abhalten, zu nachmittäglicher Stunde die Schritte zum Vereinsheim „ Füllort“ zu lenken. Dort hatte der Bergmannsverein eine gemütliche Gesprächsrunde für das Treffen der „Ehemaligen“ vorbereitet. Der Vereinsvorsitzende, Hans- Jürgen Braune, freute sich zur Begrüßung über die im Vorjahresvergleich gewachsene Teilnehmerzahl. Wiederum waren Bücher und alte Betriebszeitungen zum „ Schmökern “ bereitgelegt. Es wurden auch die aktuellen Entwicklungsprobleme der thüringer Kaliindustrie angesprochen. Um für sie einen Weg in die Zukunft auszuarbeiten, will die Landesregierung in den nächsten Wochen die beteiligten Interessengruppen in einem „ Kali- Gipfel “ zusammenführen. In die Vorbereitung hat sich auch Rossleben eingebracht. In einem Schreiben des Bürgermeisters ist die Landesregierung auf das ungenutzte technisch- wirtschaftliche Potenzial des Roßlebener Kalisalzes hingewiesen worden. Um Erlebtes im früheren Werksalltag ging es natürlich in den Gesprächen der Ehemaligen, und über so manche Begebenheit wurde geschmunzelt. Dabei ließ man sich Kaffee und Kuchen munden, vorbereitet von Vereinsmitglied Ingrid Sprung . Im Angebot für die Mägen war selbstverständlich auch Herzhaftes. Fotos machten die Runde. Sie weckten Erinnerungen an frühere Kollegen und deren verantwortungsvolle, oft schwere Arbeit unter und über Tage. Interessant ist das Blättern in Ausgaben der Kaliwerks- Betriebszeitung. Das ist zugleich ein Blick in die Geschichte .In den 50er und 60er Jahren vorigen Jahrhunderts hieß das Blatt „Friedenswacht“ und „ Das Bündnis“. Auf dessen erster und zweiter Seite stand meist Agitatorisches, gezielt wohl die Tageszeitung „ Freiheit “ergänzend. Stalin wurde gepriesen, dem folgte der „ Neue Kurs“ der SED, die deutsche Wiedervereinigung sollte erkämpft werden gegen westliche Kriegstreiber, und von der Sowjetunion war zu lernen, um im Wettbewerb die Kaliproduktion zu erhöhen. Breiten Raum nahmen Berichte vom betrieblichen und örtlichen Sportgeschehen und kulturellen Leben ein. Diese Tradition lebt fort bis in die Gegenwart! Es war den 1950ern, als die Bottendorfer „ Volkslichtspiele“ den sowjetischen Film „Schüsse an der Grenze“zeigten. Beim Roßlebener Sportfest erkämpfte Karl Träger den 2. Platz im 1500- m- Lauf. Es gab im Fußball eine „Spielgemeinschaft Rossleben- Bottendorf“. .Damals engagierten sich vom Kaliwerk Persönlichkeiten, wie Glaser „ Rudel “und Wagner Hans, um nur einmal zwei Namen herauszugreifen, beim Gestalten des sportlichen Lebens. Es war eine Menge los, wenn man den Berichten folgen darf, und die finanzielle Basis dafür lieferte großenteils „ der Schacht“. Vieles von dem, was unsere früheren Generationen leisteten, kann sich auch heute noch sehen lassen . Darüber lohnt es, weiter zu reden, auch auf dem nächsten Treffen der ehemaligen Kaliwerker 2017!
 
 
 
Bergmannstag 2015

© i.s 2015
Sonniges „Kaiserwetter“ und die Memlebener „ Kaiserkapelle“ begleiteten das Roßlebener Bergmannstreffen am vergangenen Sonntag im „Füllort“. Dort hatte der Bergmannsverein mit Unterstützung seiner Partner ein gemütliches Ambiente mit schattigen Plätzchen vorbereitet. Der gemeinsame Gesang des Tradtionslieds „Glück auf, der Steiger kommt“ stand wie immer am Beginn. Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Braune begrüßte die große Runde und dankte für die gute Vorbereitung.
Sein herzliches Glück Auf! galt den Ehrengästen. Bürgermeister Steffen Sauerbier dankte dem Verein für Traditionspflege und Beiträge zum abwechslungsreichen Ortsleben, trotz angespannter Haushaltslage der Stadt. Landrätin Antje Hochwind hob die Bedeutung ehrenamtlichen Arbeitens für die Gemeinschaft hervor, davon zeuge die Aktivität des Bergmannsvereins. Bundestagsmitglied Steffen Lemme nannte den Bergmannstag eine feste Größe in seinem Terminkalender. Trotz stürmischer Tage im politischen Berlin und in Europa sei er wieder gern nach Roßleben gekommen. Donndorfs Bürgermeisterin und Lantagsmitglied Gudrun Holbe hatte ihre Enkelschar mitgebracht und übermittelte die Grüße aus ihrer Gemeinde. Anschließend überreichte der Vereinsvorsitzende den Ehrengästen kleine Erinnerungsgeschenke.
Bei vielen Gesprächen , Musik und dem vom Verein organisierten Getränkeangebot fand auch das Angebot der Steinthaleber Mineralienbörse reges Interesse . Zur Mittagsstunde ließ man sich die traditionelle, geschätzte Erbsensuppe aus der Gulaschkanone des Vereins schmecken. Am Nachmittag gab es dann die Kaffeetafel mit 13 Sorten (!) selbstgebackenem Kuchen und Unterhaltungsmusik von Diskjockey Mario.
Fazit der Teilnehmer und Organisatoren: ein gelungenes bergmännische Treffen dank des Engagements vieler Helfer. Weitere bergmännische Veranstaltungen sind in Vorbereitung!
 
 
 
Jahreshauptversammlung 2015

Zur Vereinsversammlung im Vereinsheim „Füllort“ konnte der Vorsitzende Hans- Jürgen Braune im Rückblick auf gute Ergebnisse gemeinsamer ehrenamtlicher Tätigkeit mit gelungenen Veranstaltungen und interessanten neuen Vorhaben verweisen. So fanden der traditionelle „St. Barbara“- Tag, die Fahrt zur Bergweihnacht ins Erzgebirge, die Frauentagsfeier und das Wiedersehenstreffen der ehemaligen Kaliwerker regen Zuspruch. Zur Gestaltung besonderer Anlässe im Leben der Stadt, wie Kirmes und Volkstrauertag, haben Vereinsmitglieder beigetragen. An Arbeitseinsätzen im Freigelände des „Füllort“ beteiligten sich Vereinsmitglieder in großer Zahl. In monatlichen Vorstandssitzungen wird die Vereinsarbeit koordiniert. Die Öffentlichkeitsarbeit ist aktiviert worden - in Presse, auf der Homepage bergmannsverein.stadt-rossleben.de und im Schaukasten. Sie ist aber noch ausbaufähig. In Bezug auf die Vereinsfinanzen bescheinigte die Revisionskommission der Kämmerin Brigitte Müller eine vorbildliche Kassenverwaltung. Nächste Vorhaben sind das „Angrillen“ im „Füllort“ am kommenden Samstag, 25. April, ab 16.00 Uhr (Anmeldungen erwünscht unter Telefon- Nr. 80321) und der Familientag zum Bergmannstag am 5. Juli. Eine berg- und heimatkundliche Exkursion ist in Planung. An Technik, Geselligkeit, Bergbau – und Heimatgeschichtegeschichte Interessierte und Anregungen zur Vereinsarbeit sind immer willkommen!
Bergmannsverein Roßleben, Rainer Heuchel

 
 
 
Bergmannstag 2014

© h.h 2014
Am 06.07.2014 feierten wir mit vielen Gästen, darunter auch Bürgermeister Steffen Sauerbier, den Bergmannstag. Musikalisch umrahmt wurde der Bergmanns-Frühschoppen Uhr von dem Memlebener Musikanten-Duo "Hilmar und Ronald".
Zum Mittag gab es Erbsensuppe und Thüringer Bratwürste. Danach übernahm DJ "Mü" das musikalische Zepter. Bei Kaffee und Kuchen, den die Bergschwestern selbst gebacken hatten, klang der Bergmannstag 2014 aus.
 
 
 
Enthüllung des Wandbildes am Rathaus

© lu.v 2014
Am Sonntag, dem 29. Juni, enthüllten der Bürgermeister, Steffen Sauerbier, und die Landrätin, Antje Hochwind, das Wandbild am Roßlebener Rathaus. Das Werk des Roßlebener Künstlers Hans Tempel ist mit Beifall der anwesenden Bürger und Bürgerinnen aufgenommen worden. Einige Mitglieder des Bergmannsvereins sorgten in ihren Bergmannstrachten, gemeinsam mit anderen örtlichen Vereinsvertretern, für einen würdigen, bunten äusseren Rahmen der Enthüllungszeremonie.
 
 
 
Exkursion des Roßlebener Bergmannsvereins zu den Zeugen des Kalibergbaus im Unstruttal

© bergmannsverein 2014
Organisiert vom Bergmannsverein, gingen kürzlich Vereinsmitglieder und heimatgeschichtlich Intereß;ierte auf Fahrt zu Zeugen des Kalibergbaus in der Region. Es ist sicher Zufall, daß; die Exkursion stattgefunden hat, als das Thema Kali wieder einmal ins öffentliche Interesse gerückt ist mit der Meldung , dass kurzfristig mit der Reaktivierung des Kalibergbaus in unserer Region nicht zu rechnen sei. Keine gute Nachricht für unser Gebiet und seine Menschen! Man mag spekulieren über die Gründe, die zum Abbruch der Verkaufsverhandlungen führten. Jedenfalls stellt sich die Frage , warum die für den Verkauf Zuständigen die günstigen Rahmenbedingungen nicht genutzt haben, die der Kali-Weltmarkt vor einiger Zeit bot. Diskutiert wurde diese Frage natürlich auch von den Teilnehmern der Exkursion. Vom Vereinsheim "Füllort" aus ging es im Bus der Firma Stottmeier, mit der freundlichen Chefin am Steuer, zunächst ins ehemalige Roßlebener Kaligelände zum Schacht I .Auf der gusseisernen Platte der Schachtabdeckung sind Teufe und die Jahre des Betriebsbeginns und –endes abzulesen. Herr Burrhee, ehemaliger Chefgeologe, informierte über Lage und Inhalt der Kalilagerstätte. Sie enthält bekanntlich noch verwertbare Vorräte, die Jahrzehnte der Kaliproduktion sichern können.
Dabei verwies Herr Burrhee auf das hochinteressante Buch, betitelt "Kalibergbau an Unstrut und Finne". Erschienen im Jahr 2002, informiert es umfassend über technische, wirtschaftliche und soziale Fragen des hiesigen Kalibergbaus. Weiter ging die Fahrt zum Schacht II "Wendelstein". Das dortige Gelände ist dem Verfall und Verwahrlosen preisgegeben, die Bahntraße in Richtung des Schachtes I nur noch zu erahnen.
Nächstes Exkursionsziel waren die Schächte "Georg" und "Unstrut" in Groß-Wangen.
Das nicht zugängliche Gelände um die nach der Wende verwahrten Schächte wird genutzt von der Strukturentwicklungsgesellschaft GESA des Burgenlandkreises. Eine Drahtseilbahn führte von hier bis in die sechziger Jahre vorigen Jahrhunderts zum Kaliwerk Roßleben.Das ehemalige Fördermaschinengebäude mit der fast 100 Jahre alten Fördermaschine ist verschlossen und vom Zahn der Zeit gezeichnet. Von Wangen aus ging es bergan , über Wippach , auf den Orlas. Von Gebüsch und Bäumen überwuchert, ist dort der abgesperrte und vermauerte Standort des Schachtes "Orlas" zu finden und wenige hundert Meter nördlich entlang der alten Orlasstraße, der Schacht "Nebra". Nach dem ersten Weltkrieg wurden die Anlagen abgerissen. Reste von Mauerwerk lassen noch die einstmals stattlichen Betriebsgebäude erahnen. Mit einer Seilbahn waren diese Bergwerke mit dem Kali- Verladebahnhof in Wangen verbunden.
Letzte Station war das ehemalige Bergwerk in Lossa. Die mit Betonplatten gedeckelten Schächte "Reichskrone" und "Richard" waren schon vor 100 Jahren, nach relativ kurzer Betriebsdauer, stillgelegt worden. Das Gelände ist heute Privateigentum. Das ehemalige Fördermaschinengebäude ist von der Landstraße Lossa-Wiehe aus gut zu sehen. Die technische und logistische Leistung, die Bau und Betrieb der Kalischächte zu Beginn des 20. Jahrhunderts erforderte, und die in der einsamen, ländlichen Region von Orlas und Finne erbracht wurde, war seinerzeit hervorragend. Auch wenn das heute nur noch anhand weniger baulicher Zeitzeugnisse erkennbar ist, so hat der Kalibergbau doch unsere Gegend geprägt. Am "Füllort" klang die Exkursion dann aus bei gemeinsamem Mittagsschmaus mit Wurst vom Rost, Getränken und vielen Gesprächen.